Kulturverfahren


Bei Zierpflanzen ist Kontrolle von Wachstum und Entwicklung ein Dauerthema aber weshalb sind Wachstums- und Terminsteuerung so wichtig? Nun, ein Paradebeispiel sind die Weihnachtssterne (Euphorbia pulcherrima). Wer will schon erst im Januar Weihnachtssterne kaufen? Deshalb spielt das Timing für den Produzenten eine grosse Rolle, damit er die Weihnachtssterne auch Termingerecht gegen Ende November bzw. Anfangs Dezember auf den Markt bringt, nämlich dann wenn die Nachfrage entsprechend hoch ist. Andernfalls riskiert er, dass er die Weihnachtsphase verpasst und im Januar auf seinen Weihnachtssternen sitzen bleibt, wodurch seine ganzen Mühen und Kosten umsonst wären. Umgekehrt aber auch, wenn er zu früh dran ist, sind die Pflanzen unter Umständen schon überreif oder zu gross, denn der Kunde bzw. der Grosshändler hat eine klare Vorstellung wie gross diese sein sollen.


Welche praktischen Möglichkeiten hat der Produzent, um das Wachstum von Weihnachtssternen zu steuern?
  • Regulierung der Düngung
  • Regulierung der Luftfeuchtigkeit
  • Regulierung des Lichts (Länge und Stärke)
  • Regulierung der Temperatur
  • Regulierung der Bewässerung
  • Stutzen
  • Stauchen mittels Chemie-Einsatz, welches das Wachstum hemmt [1]
  • Schütteln! Durch regelmässiges Schütteln verliert die Pflanze die Lust aufs Wachstum. Dies kann mittels einem Rütteltisch erreicht werden. [1] 
  • Wachstumshemmung durch Cool-Morning Strategie
  • Wachstumsförderung durch Diff Strategie


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Was ist mit der Strategie "Cool Morning" and "diff" gemeint?
Das Pflanzenwachstum kann durch die Temperatur beeinflusst werden. Sollte der Produzent die Gewünschte Wuchsgrösse bereits vor der Marktreife erfahren, kann durch eine kühle Lagerung in den Morgenstunden für 4h bei rund 11° Celsius das Wachstum gehemmt und bis zur Lieferung hinausgezögert werden [2]. Diese Strategie nennt sich "Cool Morning".

Eine weitere Strategie ist die sogenannte "Diff-Methode". Hierbei wird die Nachttemperatur höher eingestellt als die Tagestemperatur was zu einer kompakteren Pflanze mit kürzeren Internodien führt [3].


Welche dieser Methoden lassen sich auch in der biologischen Produktion anwenden?
Grundsätzlich lassen sich alle Methoden auch im Bio anwenden, mit Ausnahme des Stauchens mittels Chemie. Des Weiteren gilt bei der Regulierung mittels Dünger auf die Biorichtlinien zu achten. Auch bei der Diff-Methode darf die maximale Heiztemperatur von 18° welche von Bio-Suisse vorgegeben ist nicht überschritten werden [4].  


Quellen:
[1] H.-Ch. Keller, der Gartenbau (2013)
[2] H.-P. Haas, F. Kohlrausch, T. Winkelmann, der Gartenbau (2009)
[3] Koch, Fachhochschule Wiesbaden (2002)

[4] Bio Suisse, Richtlinien für die Erzeugung, Verarbeitung und Handel von Knospe-Produkten (2017)

Kommentare

  1. Lieber Musti,
    Du hast mit deiner Einleitung grosses Interesse geweckt den Blog zu lesen. Ich finde es erstaunlich, wie viele Möglichkeiten ein Produzent hat das Wachstum und den Blütezeitpunkt einer Zierpflanze zu steuern! Du hast diese gut beschrieben. Anzumerken wäre noch, dass es bei der Diff-Methode 2 Möglichkeiten gibt, denn nur beim negativen Diff wird die Nachttemperatur höher eingestellt, als die Tagestemperatur. Beim sogenannten positiven Diff ist dies genau andersherum.
    Liebe Grüsse,
    Anna

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    1. Liebe Anna, da hast du aber genau hingeschaut ;-). Hansruedi

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  2. Lieber Mustafa
    kurz und bündig hast du die Aufgabe gelöst. Soweit stimmig, du hättest aber noch etwas Raum für Präzisierungen gehabt (z.B. bei "Regulierung von..." und ein paar der gewählten Fachausdrücke sind noch nicht ganz professionell. Ein wichtiges Mittel zur Wachstumsregulierung - übrigens in Bio von zentraler Bedeutung in allen Kulturen - ist die Sortenwahl. Hansruedi

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